Seaside Palm Beach ★★★★★
Mehr als nur ein Hotel: ein Erlebnis aus Design und Kunst
Es gibt Hotels, die mit privilegierter Lage, raffinierter Küche oder aufmerksamen Service überzeugen. Und dann gibt es jene seltenen Rückzugsorte, die all das vereinen – und dabei etwas schaffen, das weit darüber hinausgeht.
Das Seaside Palm Beach an den Dünen von Maspalomas ist ein solch besonderer Ort: ein Fünf-Sterne-Refugium, in dem Design zum Erlebnis wird. Mit viel Liebe zum Detail und einem feinen Gespür für Ästhetik verschmelzen hier Originalkunstwerke und Designklassiker zu einem harmonischen Gesamtkunstwerk. Umgeben von tropischer Natur und sanftem Licht entsteht eine Atmosphäre, die nicht nur beeindruckt, sondern berührt.
Kein Wunder, dass das Seaside Palm Beach Teil der Design Hotels ist, einer weltweiten Kollektion, die durch eine gemeinsame Philosophie verbunden ist: dem modernen Reisenden mehr zu bieten als nur einen Ort zum Übernachten. Hier wird Design zur Sprache der Emotionen. Jeder Raum ist bewusst gestaltet, jedes Objekt erzählt eine Geschichte – und gemeinsam schaffen sie ein Hotelerlebnis, das inspiriert und lange in Erinnerung bleibt.
Das bedeutendste Gemälde des Palm Beach
Wo: Lobby
Ein Werk von César Manrique bildet das Herzstück der Lobby – geschaffen von dem wohl bedeutendsten Künstler der Kanarischen Inseln im 20. Jahrhundert. Geboren auf Lanzarote, studierte er an der renommierten Königlichen Akademie der Schönen Künste von San Fernando in Madrid. Manrique war ein kreativer Freigeist, der Malerei, Architektur, Skulptur und Landschaftsgestaltung auf unverwechselbare Weise verband. Seine Kunst lebt von fließenden Formen und intensiven Farben, inspiriert vom Feuer der Vulkane, dem Spiel des Windes und den warmen Tönen Lanzarotes.
"Orchilla“ (1980) heisst das Werk, das Gäste im Seaside Palm Beach sofort in seinen Bann zieht. Es dient als roter Faden in einem Konzept, in dem Kunst nicht bloß Dekoration, sondern Ausdruck von Identität ist.
Das Gemälde lässt die Grenze zwischen Interieur und Landschaft veschwimmen und zeigt, wie tief das Hotel mit der Kultur der Kanaren verwurzelt ist. Ganz klar das Highlight der Sammlung: kraftvoll, lebendig – wie die Vulkane, die diese Inselkette erschaffen haben.
Expressive Figuration von Dieter Korbanka
Wo: Restaurant
Im Hauptrestaurant befinden sich zwei ausdrucksstarke Bilder von Dieter Korbanka. Die Werke des 1936 in Ostpreußen geborene Künstlers zeichnen sich durch eine lebendige Verbindung von europäischem Expressionismus und Einflüssen der Kanarischen Inseln aus. In den 1950er-Jahren studierte Korbanka an der Akademie in Salzburg. Einer seiner Lehrer war kein Geringerer als Oskar Kokoschka, einer der prägenden Köpfe der Wiener Moderne, zu der auch Gustav Klimt und Egon Schiele zählten.
Später ließ er sich in Gran Canarias Hauptstadt nieder, wo er zu einer prägenden Persönlichkeit der lokalen Kunstszene wurde. Seine Ausstellungen in der Galerie von Manolo Ojeda Ende der 1950er-Jahre trugen maßgeblich zur Entwicklung der zeitgenössischen kanarischen Kunstbewegung bei.
Die im Seaside Palm Beach ausgestellten Gemälde sind ein eindrucksvolles Beispiel für seinen expressiven Stil: kraftvolle Linien, abstrahierte Figuren und vielschichtige Texturen verschmelzen zu einer Komposition, die zur stillen Betrachtung einlädt.
Alberto Pinto: die unsichtbare Harmonie
Wo: Im gesamten Hotel
Die unverwechselbare Atmosphäre des Seaside Palm Beach ist untrennbar mit dem Feingefühl von Innenarchitekt Alberto Pinto verbunden. Seine elegante, teils verspielte Handschrift prägt das gesamte Haus – von den öffentlichen Bereichen bis in die Zimmer und Suiten. Ob markante Lampen, farbenfrohe Rocking-Adianto-Sessel oder Noguchi-Tische im charakteristischen Mid-Century-Stil: Jedes Element zeugt von seinem Gespür für stilvolle Raumgestaltung.
Für Alberto Pinto war Einrichtung stets mehr als reine Funktion – sie war Ausdruck von Atmosphäre und Identität. Klassische und moderne Elemente verband er mit handwerklicher Präzision zu stimmigen Kompositionen, die sich harmonisch in ihre Umgebung einfügen. Möbel sollten den Charakter eines Ortes widerspiegeln und zugleich etwas über die Menschen erzählen, die ihn bewohnen.
Designikonen von Mies van der Rohe
Wo: Lobby
Nur wenige Objekte haben die Geschichte des modernen Designs so geprägt wie der Barcelona Chair, entworfen von Mies van der Rohe und Lilly Reich für den Deutschen Pavillon auf der Weltausstellung 1929 in Barcelona. Mit seiner eleganten, minimalistischen Silhouette empfängt er die Gäste bereits in der Hotellobby, wo eine sorgfältig arrangierte Kombination aus Barcelona-Stühlen und -Sofas von Anfang an eine Atmosphäre zeitloser Raffinesse schafft.
Diese Stücke verkörpern die Ideale des Modernismus – Klarheit, Proportion und Zurückhaltung – und sind weit mehr als bloße Möbel: Sie sind Designikonen. Mit Leder bezogen und von einem geschwungenen Edelstahlrahmen getragen, fügt sich die Barcelona-Kollektion mit selbstverständlicher Eleganz in das stilvolle Interieur des Hotels ein.
Diamond Chair und Side Chair – zwei Klassiker von Harry Bertoia
Wo: Zimmer
Die beiden legendären Entwürfe Diamond Chair und Side Chair, entstanden in den 1950er-Jahren für das renommierte Designhaus Knoll, zeigen eindrucksvoll, wie industrielles Material zu poetischer Form werden kann. Aus verchromtem Stahldraht gefertigt, wirken sie wie schwebende Skulpturen. Transparent, leicht und zugleich kraftvoll in ihrer Präsenz.
Bertoia selbst sagte einmal: „Wenn man sich diese Stühle ansieht, bestehen sie größtenteils aus Luft – wie eine Skulptur, durch die der Raum hindurchfließt.“ Genau dieses Gefühl entsteht in den Zimmern des Seaside Palm Beach: Dort fügen sich die Stühle harmonisch in das Raumkonzept ein. Nicht nur als funktionale Sitzmöbel, sondern als Ausdruck von Ruhe, Eleganz und zeitloser Ästhetik.
Gitanos - Gemälde von Jean-Diego Membrive
Wo: Lobby
In der Lobby des Seaside Palm Beach sind sechs Werke von Jean‑Diego Membrive (Paris, 1960) zu sehen. Der französisch-spanische Künstler mit andalusischen Wurzeln studierte an der renommierten École Nationale Supérieure des Beaux-Arts in Paris und arbeitete anschließend in der Gemäldeabteilung des Louvre. Dort prägte ihn insbesondere die intensive Auseinandersetzung mit Werken, die vom Spiel aus Licht und Schatten leben. Ein Stilmerkmal, das seine frühen Arbeiten sichtbar beeinflusste.
Nach längeren Aufenthalten in Südspanien und einem Kunstprojekt in Marokko veränderte sich seine künstlerische Sprache grundlegend: Er wandte sich von der Ölmalerei ab und entdeckte Gouache und Collage als neue Ausdrucksformen. In dieser Phase entstand Pico Falso. Eine wandlungsfähige Figur, mal Clown, mal Tänzer, mal Sinnbild mediterraner Identität. Mit ihr hinterfragt Jean Diego Themen wie Rollenbilder, Rituale und kulturelle Zugehörigkeit in farbintensiven Kompositionen.
Die Serie „Gitanos“ gehört zu dieser bildhaften Welt rund um Pico Falso. Auf zwei gegenüberliegenden Wänden in der Lobby, zeigt sie jeweils drei Figuren – reduziert auf ihre wesentlichen Konturen, wiederholt wie ein visuelles Mantra. Jede leichte Veränderung in Haltung und Ton erzeugt einen Rhythmus, der beinahe musikalisch wirkt.
Mobile von Alexander Calder
Wo: Rezeption
Im Zentrum der Lobby hängt ein weiteres eindrucksvolles Kunstwerk des Seaside Palm Beach: ein Mobile von Alexander Calder (1898–1976), dem Pionier der kinetischen Kunst und einer Schlüsselfigur der modernen Bildhauerei.
Calder revolutionierte die Skulptur, indem er sie in Bewegung versetzte. Seine „Mobiles“ – ein Begriff, den Marcel Duchamp prägte – sind frei schwebende Kompositionen, die auf Luftströmungen reagieren und dabei ein filigranes, beinahe tänzerisches Gleichgewicht entfalten.
Die organisch-abstrakten Formen des Werks scheinen unter dem Oberlicht zu schweben und werfen sich verändernde Schatten, die im Tagesverlauf mit dem natürlichen Licht spielen. Ein Kunstwerk, das nie stillsteht und doch vollkommen im Gleichgewicht ist.
Ganz gleich, ob Sie Kunst lieben, ein Faible für Design haben oder einfach einen stilvollen Rückzugsort auf den Kanaren suchen – das Seaside Palm Beach ist mehr als nur ein Ort des Luxus. Es ist eine Quelle der Inspiration.